Konsortium Translationale Krebsforschung

Seit dem 8. November 2010 ist es sozusagen amtlich: Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gab an diesem Tag bekannt, dass das Westdeutsche Tumorzentrum (WTZ) in Essen am neu zu etablierenden „Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung“ (DZK) zusammen mit sieben weiteren Zentren beteiligt sein wird.

Nach der Anerkennung als Onkologisches Spitzenzentrum der Deutschen Krebshilfe im April 2009 ist die jetzige Aufnahme des WTZ in das Konsortium für translationale Krebsforschung bereits die zweite wichtige Auszeichnung seit der Neugründung vor drei Jahren.

Zweite wichtige Auszeichnung
„Wir haben das alle sehr euphorisch aufgenommen“, bestätigt Professor Martin Schuler, Direktor der Inneren Klinik (Tumorforschung) und Mitglied im Direktorium des WTZ. Zusammen mit der geschäftsführenden Direktorin, Professorin Angelika Eggert, freut sich Schuler, dass Essen das internationale Gutachtergremium überzeugen konnte. "Als einziger Vertreter aus Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Bundeslandes der Republik, kommt dem WTZ im Deutschen Konsortium für translationale Krebsforschung eine besondere Verantwortung zu."

Eine herausragende Stärke des WTZ ist die Bandbreite der dort etablierten klinischen Forschungsprojekte, so Schuler. Basis hierfür sei die hohe Kompetenz des Universitätsklinikums Essen in der Behandlung aller Krebserkrankungen. In deutschlandweit einzigartiger Weise werden neuartige Behandlungs- und Diagnoseverfahren für Krebspatienten entwickelt und wissenschaftlich kontrolliert angewandt auch Phase-I- und Phase-II-Projekte initiiert und durchgeführt.

Kernzentrum mit sieben Partnerstandorten
Das neu gebildete Konsortium soll dazu beitragen, aktuelle Forschungsergebnisse schneller als bisher in die Patientenversorgung zu übertragen. Die acht ausgewählten Standorte sind nun aufgefordert, ein Gesamtkonzept zu erarbeiten, in dem die Forschungsschwerpunkte des Konsortiums für die kommenden fünf Jahre festgelegt werden.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (dkfz) in Heidelberg wird in diesem Zusammenhang die Rolle eines Kernzentrums übernehmen. „Das dkfz ist als eine international führende Institution der Krebs-Grundlagenforschung außerordentlich erfolgreich“, erläutert Martin Schuler, „dies ist eine hervorragende Ausgangssituation für das neu gegründete Konsortium. Durch die Vernetzung mit sieben forschungsstarken Universitätsklinika besteht eine einmalige Chance, den dramatischen Erkenntnisgewinn der letzten Jahrzehnte in direkten Nutzen für Krebspatienten umzusetzen."

Essener Schwerpunkte für das DZK-Gesamtkonzept
In seinem Antrag hatte das Westdeutsche Tumorzentrum seine besondere Expertise für Lungenkrebs, neuroektodermale Tumoren wie das maligne Melanom und das Neuroblastom sowie in der Behandlung von Gehirnmetastasen herausgestellt. Dies, so Martin Schuler, werde ideal ergänzt durch die besondere Kompetenz des WTZ für klinische Blutstammzelltransplantation - Essen verfügt über das größte europäisches Zentrum  sowie für Strahlentherapie inklusive Protonentherapie und für modernste Bildgebung, wie PET/CT, PET/MRT sowie das 7 Tesla MRT. „Mit diesem Portfolio können wir wichtige Bausteine für das Deutsche Konsortium bereitstellen“, unterstreicht Schuler.

Gesamtkonzept im ersten Quartal 2011
Zunächst aber gelte es, gemeinsam mit den sieben anderen Partnern ein überzeugendes Gesamtkonzept zu erarbeiten. Der zeitliche Rahmen dafür ist eng, denn das Gutachtergremium, dem international renommierte Forscher aus Finnland, Schweden, Irland, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Frankreich, der Schweiz und Spanien angehören, will das Gesamtkonzept bereits im ersten Quartal 2011 vorgelegt bekommen, um dann im Sommer eine endgültige Entscheidung zu treffen.

"Das Deutsche Konsortium für Translationale Krebsforschung"

Partnerstandorte

Als Partnerstandorte neben dem Kernzentrum in Heidelberg wurden ausgewählt:

  • Charité Comprehensive Cancer Center, Universitätsmedizin Berlin
  • Universitäts-KrebsCentrum, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden
  • Westdeutsches Tumorzentrum, Universitätsklinikum Essen
  • Universitäres Centrum für Tumorerkrankungen (UCT), Klinikum der Johann-Wolfgang-Goethe Universität Frankfurt
  • Tumorzentrum Ludwig Heilmeyer – Comprehensive Cancer Center Freiburg, Universitätsklinikum Freiburg
  • Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München und Klinikum der Technischen Universität München
  • Südwestdeutsches Tumorzentrum – Comprehensive Cancer Center, Universitätsklinikum Tübingen

WTZ-Förderverein

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